Bitte kein Tabu: Ein wichtiges Buch für Sterneneltern und ihre BegleiterInnen

Als Hebammen wisst ihr, wie wichtig das Thema ist – und dass es viele Eltern betrifft. Auch wenn in letzter Zeit viele Tabus gefallen sind und zum Beispiel immer mehr prominente Mütter in der Öffentlichkeit über ihre Fehlgeburten sprechen; es ist immer noch viel Aufklärungsarbeit nötig. Was vielen Frauen in der schwierigen Situation helfen würde: Eine umfassende Beratung über die Möglichkeiten der Stillen und Kleinen Geburt. Und eine sensible fachliche und emotionale Begleitung während der Geburt.

Corinna Hansen-Krewer ist selbst Mutter von zwei Kindern und vier Sternenkindern. Heute begleitet sie als Doula kleine Geburten. Mit ihrem Buch will sie allen Familien Mut und Zuversicht schenken. Aber sie will auch darauf aufmerksam machen, wo es dringenden Handlungsbedarf gibt. Zum Beispiel in der Ausbildung und Aufklärung von medizinischem Personal rund um das komplexe Thema Fehlgeburt. Denn nur so könne erreicht werden, dass betroffene Familien fachlich umfassend unterstützt und emotional aufgefangen werden, um eine selbstbestimmte Entscheidung über die Geburt zu treffen.

4 Fragen an Autorin Corinna Hansen-Krewer

Stellst du dich unseren Lesern kurz vor?

Ich bin Doula, Fotografin und Autorin. Ich habe 2 Kinder an der Hand und 4 Sternenkinder, Jonathan wurde im 10. Schwangerschaftsmonat tot geboren und anschließend hatte ich noch 2 Kleine Geburten auf natürlichem Weg.

Wann und warum hast du beschlossen, dieses Buch zu schreiben?

Meine Kinder haben mir die Kraft und den Mut gegeben, mich für Sterneneltern und die Aufklärung in diesem Bereich stark zu machen. In meinem Buch erzähle ich unsere Geschichte, aber es kommen auch viele Sterneneltern, Hebammen, Bestatter, Ärzte, Sternenkindfotografen und viele mehr zu Wort. Ich mache Mut, gebe Hoffnung und gebe Einblicke in alle Möglichkeiten, sich möglichst in Ruhe vom eigenen Kind zu verabschieden und möglichst viele Erinnerungen zu schaffen. Die Gesellschaft sollte anerkennen, dass Stille und Kleine Geburten die gleiche Wertigkeit wie Lebendgeburten haben.

Warum sollten Hebammen das Buch lesen?

Hebammen sind enge Bezugs- und Vertrauenspersonen für die Familien. Je besser sie aufgeklärt sind, umso besser können sie den Frauen eine kompetente und emotionale Stütze und Hilfe in dieser herausfordernden Situation sein. Leider haben mir in der Vergangenheit viele Hebammen bestätigt, dass das Thema in der Ausbildung zu wenig thematisiert wird.

Was wünscht du Eltern, die eine Stille oder Kleine Geburt erleben müssen?

Den Frauen wünsche ich Mut, in den eigenen Körper reinzuspüren, dem eigenen Urinstinkt und Bauchgefühl zu vertrauen und sich bewusst zu machen, dass eine Geburt selbstbestimmt und in Ruhe stattfinden darf. Und das geschieht eben nur unter entspannten und aufgeklärten Umständen, die man sich jedoch nach der Diagnose des fehlenden Herzschlags, erst wieder aneignen muss. Bestenfalls mit guter medizinischer und emotionaler Betreuung, ohne Stress, Angst und im Vertrauen gegenüber dem eigenen Körper und dem gemeinsamen Weg mit dem eigenen Kind.

Wir verlosen vier Exemplare von „Stille Geburten sind auch Geburten und Sterneneltern sind auch Eltern“.